„Lothringer“ schafft Raum für Natur und Bewegung

Die Lothringer Straße, wie sie sich aktuell präsentiert Foto: MUST Städtebau GmbH/EGLV

Lebenswerte Straße: Planer zeichnen Umbauprojekt aus

(win) Ein aktueller Blick in die Lothringer Straße lässt es kaum vermuten, aber sie könnte schon bald zu einem echten Schmuckstück des Stadtteils werden.

Beim Landeswettbewerb „Zukunft Stadtraum“ wurde Gelsenkirchen jedenfalls ausgezeichnet – und zwar für die Zukunftsbilder zum Umbau der Lothringer Straße. Als „schöne Bestätigung der guten und konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Forscherteam“, sieht Stadtbaurat Christoph Heidenreich die Auszeichnung. Ins gleiche Horn bläst Dr. Steven März, Leiter des Forschungsprojektes „Lebenswerte Straßen, Orte und Nachbarschaften“. Mit der Entscheidung habe die Jury Mut bewiesen: „Der Preis gibt uns einen wichtigen Schub für die Arbeit in den nächsten Monaten“.

Viel Raum für Begegnung im Grünen

Gewählt wurde die Lothringer Straße für das Forschungsprojekt eben wegen ihres großen Sanierungsbedarfs. Der Asphalt auf der Straße ist an vielen Stellen aufgebrochen, die Gehwege sind abgenutzt und teils uneben.

Das soll sich im Rahmen des Stadterneuerungsprogramms ändern. Die Lothringer Straße ist als „Familienstraße“ mit „viel Raum für Bewegung und Begegnung im Grünen“ vorgesehen. Schließlich herrscht dort wenig Verkehr und ein recht geringer Bedarf an Parkraum. Eine weitere Bürgerbeteiligung ist für August vorgesehen.

Genug Platz für alle

Drei Zukunftsbilder zeigen, wie die Lothringer Straße einmal aussehen soll

Auf dieser Seite stellt die Rotthauser Post die drei aktuellen Zukunftsbilder des Forschungsprojektes und deren wesentliche Merkmale vor. Der Straßenraum soll gerechter verteilt werden, sodass genug Platz für alle da ist.

Auf Basis dieser Ziele und von Rückmeldungen sind die nebenstehenden Zukunftsbilder als mögliche Visionen der Straßengestaltung auf einem Teilstück der Lothringer Straße entstanden. Die Auszeichnung wird als erster Erfolg gesehen. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW hatte Ende 2020 den Landeswettbewerb „Zukunft Stadtraum“ ausgeschrieben. Gesucht waren mutige und innovative Ideen für lebendige und natürliche Stadt- und Straßenräume.

Gelsenkirchen hatte sich mit dem geplanten Umbau der Lothringer Straße beworben. Im Rahmen eines Drittmittelprojektes wurden durch ein Forscherteam des Wuppertal Instituts, der Emschergenossenschaft und dem Planungsbüro MUST Städtebau GmbH Zukunftsbilder für den Umbau entwickelt.

Bürgerbeteiligung vorgesehen für den 21./22. August

Bislang ist nur ein erster Schritt erfolgt. Die prämierten Zukunftsbilder werden jetzt konkretisiert und am 21./22. August mit der Anwohnerschaft diskutiert. Die daraus entstehende Entwurfsplanung wird 2022 bei der zweiten Stufe des Wettbewerbs eingereicht. Sollte die Lothringer Straße auch hier ausgezeichnet werden, hat Gelsenkirchen gute Chancen, zusätzliche Städtebaufördermittel von Bund und Land zu erhalten, um die Zukunftsbilder umsetzen zu können.

Wer jetzt schon mitdiskutieren möchte, kann dies in einer eigens eingerichteten Facebook-Gruppe tun:

www.facebook.com/groups/lothringerstrasse/


Foto: MUST Städtebau GmbH/EGLV

1: „Mehr Raum für Aktivitäten“
Angebote zum Spiele und Bewegen
Breitere Gehwege, mehr Aufenthalts- und Begegnungsräume Einbahnstraße
Alle teilen sich einen Fahrstreifen, das fördert gegenseitige Rücksichtnahme und senkt das Tempo
Öffentliche Parkplätze am Anfang und Ende des Straßenabschnitts, außerdem Parkbuchten für Lieferverkehr und Taxis
Mehr Grün für Kühlung und weniger Versiegelung

 

Foto: MUST Städtebau GmbH/EGLV

2: „Mehr Raum für Grün“
Beete, Obstbäume und Grünflächen
Sonnensegel und Bäume spenden Schatten
Verbindung der angrenzenden Grünfläche mit der Straße
Fassadenbegrünung
Wasserspiel
Breitere Gehwege, mehr Aufenthalts- und Begegnungsräume
Einbahnstraße
Alle teilen sich einen Fahrstreifen, fördert gegenseitige Rücksichtnahme und senkt das Tempo
Fahrradbügel und wenige Parkplätze für Autos

 

Foto: MUST Städtebau GmbH/EGLV

3: „Mehr Raum für Begegnung“
Neuer Quartiersplatz ohne Durchfahrt von Autos, an beiden Seiten entsteht eine Sackgasse
Aufenthaltsraum für die Nachbarschaft
Raum für Märkte, Feste o.ä.
Pavillon, in dem Spiel- und Sitzelemente gelagert oder ausgeliehen werden können
Mehr Grün für Kühlung und weniger Versiegelung
Rettungsweg bleibt dank absenkbarer Poller erhalten
Zentraler, überdachter Radabstellplatz