Wirte prosten dem Sommer zu

Frisch gezapft ist halb gewonnen: Die Rotthauser Gastronomen Thomas Nikutta, Manuela Roth und „Charly“ Martinik (von links) haben ihre Lokale wieder geöffnet. Foto: Marianne Martinik

Endlich wieder Gäste: „Bei Onkel Hans“, „Le Flair“ und „Bei Moni“ hoffen auf ein Ende der Corona-Durststrecke

3.000 Kilometer fuhr er Fahrrad, nahm 10 Kilo Gewicht ab und ließ sich auch von einem Herzinfarkt nicht lahm legen: „Charly“ Martinik, 71, seit 40 Jahren Rotthausens gastronomisches Urgestein im Restaurant „Bei Onkel Hans“, zeigte Corona auf seine Weise die Zähne. Ende Mai konnte „Charly“ seinen Biergarten endlich wieder eröffnen. Auch Event-Gastronom Thomas Nikutta („Le Flair“/“Matchball“) und Wirtin Manuela Roth („Bei Moni im Haus Beckmann“) ließen sich von sieben Monaten totaler Gäste-Abstinenz nicht in die Knie zwingen. Sie müssen mit der Öffnung allerdings noch warten, bis die Inzidenzzahlen den Ausschank in Innenräumen wieder erlauben.

Der ROTTHAUSER POST erzählten die drei Wirte schon jetzt, wie sie den gastronomischen Neustart gestalten wollen.

Le Flair & Matchball

Auf den gastronomischen Neustart freut sich auch Thomas Nikutta, Betreiber des Le Flair in der Schonnebecker Straße. Er ist überzeugt: „Bei der Neueröffnung nach dem Corona-Lockdown wird die Gastronomiewelt erstmal einen wochenlangen Ansturm auf die Lokale erleben. Wie sich die Kneipen- und Restaurantwelt jedoch durch Corona langfristig verändern wird, muss man sehen und sich am besten jetzt schon darauf vorbereiten.“ Sein Le Flair ist ein Eventlokal mit Clubcharakter, und dadurch von den Corona Restriktionen am meisten betroffen. Denn Partys und Tanz bleiben vorerst noch untersagt. Im Moment konzentriert er sich auf sein Matchball Restaurant in Herten, wo ihn täglich viele Rotthauser mit dem Fahrrad besuchen und er ein Tennisferien Projekt betreibt. Auch erste Events und Konzerte veranstaltet er in Herten, natürlich wegen den Auflagen noch unter freiem Himmel. Da die Gäste in den Sommermonaten lieber im sonnigen Biergarten als in der dunklen Kneipe sitzen, wird das Le Flair bis Ende August nur sporadisch öffnen, um dann ab Herbst wieder mit einem ausgewogenen Eventkalender voll durchzustarten. „Das Le Flair hat eine Tradition von über 35 Jahren in Rotthausen. Ich werde alles dafür tun, das 40-jährige Jubiläum zu erreichen“ verspricht Nikutta. Wer ihn in den Sommermonaten im Matchball Herten besucht, wird nach Vorlage des auf dieser Seite abgedruckten Gutscheins mit einer hausgemachten Currywurst belohnt.

Wo: Le Flair, Schonnebecker Str. 40, 45884 Gelsenkirchen
Wo: Matchball, Ewaldstraße 268, 45699 Herten

Moni im Haus Beckmann

Seit mittlerweile 13 Jahren betreibt „Moni“ das Haus Beckmann in Rotthausen. Auch sie hat der monatelange Corona-Lockdown daran zweifeln lassen, dass die schon seit Jahren rückläufige Kneipenwelt noch jemals wie in den goldenen Zeiten aufblühen wird.
Mittlerweile betreibt sie das traditionsreiche Haus Beckmann als Zweitexistenz, hat einen Job gefunden, der ihr Sicherheit gibt und Spaß macht. Nach dem Corona-Lockdown startet sie ihr Lokal mit einem angepassten Konzept. Sie erklärt: „Frühschoppen und überteuerte Übertragungslizenzen von Fussballspielen habe ich jahrelang für meine Stammgäste aufrecht erhalten, nun jedoch werde ich mit neuen Öffnungszeiten und geplanten Events das Haus Beckmann weiterführen“.

Wo? Bei Moni im Haus Beckmann, Schemannstraße 42, 45884 Gelsenkirchen

Restaurant „bei Onkel Hans“

Gutbürgerliche Küche mit Niveau seit fast 40 Jahren – dafür steht das Restaurant „Bei Onkel Hans“ und vor allem die Köchin Marianne Martinik. Viele Höhen und Tiefen hat das Wirtsehepaar Marianne und „Charly“ schon verkraftet, aber die Corona-Pandemie hat die beiden Gastwirte über alle Maßen herausgefordert.

Außer-Haus-Lieferungen kamen für „Onkel Hans“ nicht in Frage. Alle Hochzeiten, Kommunionen und Konfirmationen wurden storniert, auch Ostern und Pfingsten mussten die Gäste draußen bleiben. Für das Restaurant bedeutete das Umsatzeinbußen in fünfstelliger Höhe.Sieben Monate lang seine Stammgäste nicht bewirten zu dürfen – das hätte sich „Charly“ niemals träumen lassen. Umso glücklicher war er, als Ende Mai die Inzidenzzahlen fielen und die ersten Lockerungen eingeführt wurden. „Ich war überglücklich, meinen Biergarten wieder öffnen zu dürfen, und die Gäste waren es auch“, sagt der 71-Jährige. Die Zeit des Lockdowns hat er genutzt, um den Biergarten auf 40 Plätze zu erweitern. Noch bis zum 21. Juni können die Gäste von der beliebten Spargelkarte wählen.

Wo? Restaurant „Bei Onkel Hans“, Karl-Meyer-Straße 54, 45884 Gelsenkirchen